Bauer unser

Offizieller Filmbeschrieb

"Wachse oder weiche" – Über Jahrzehnte war Österreichs Landwirtschaft geprägt von diesem Leitspruch. Tausende Bauern haben aufgegeben oder wirtschaften heute im Nebenerwerb. Die verbliebenen sind gewachsen, haben sich spezialisiert, ihre Produktion intensiviert. Doch selbstbestimmte Bauern sind selten geworden. Ein einst stolzer Stand steckt in einem System aus Zwängen, Abhängigkeiten und Propaganda, dem auch die offizielle EU-Politik zuarbeitet.

Der Dokumentarfilm zeigt gleichermaßen ungeschönt wie unaufgeregt, wie es auf Österreichs Bauernhöfen zugeht. Regisseur Robert Schabus bleibt vordergründig unparteiisch. Doch so vielfältig die Bauern – vom Biobauern bis zum konventionellen Agraringenieur – so einhellig der Tenor: So wird es nicht weitergehen. Es läuft etwas falsch. Das Mantra der Industrie – schneller, billiger, mehr – stellen die meisten von ihnen in Frage.

Effizient ist unser Agrarsystem allerdings nicht: 40 Prozent der derzeit weltweit in der Landwirtschaft produzierten Kalorien werden verschwendet oder gehen irgendwo auf dem Weg zwischen Produzenten und Konsumenten verloren. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ließen sich derzeit global 12 Milliarden Menschen ernähren – ohne radikale Umstellungen. Einfach nur durch eine nachhaltigere Verteilung und Nutzung der Nahrungsmittel.

Der sehenswerte Film zeigt, wie Wirtschaftspolitik und Gesellschaft immer öfter vor der Industrie kapitulieren. Es sind keine rosigen Bilder, und doch gibt es Momente der Hoffnung. Etwa wenn der Vorarlberger Gemüsebauer und Rinderzüchter Simon Vetter stolz darauf ist, ein Bauer zu sein, der seine Kunden kennt und der Entfremdung entgegenhält. Oder wenn die Weinviertler Bio-Schafzüchterin Maria Vogt händisch Schafe melkt und frohlockt: „Hey, es geht ja auch ganz anders!“

"Bauer unser" ist ein Film, der Lust macht, dem Bauern ums Eck einen Besuch abzustatten, bewusst heimische Lebensmittel zu genießen – und auch als KonsumentIn das Bekenntnis abzulegen: "Bauer unser".

Hinweise zum Film

"Bauer unser" zeigt sehr fokussiert die Grenzen der neoliberal gedachten, globalen industriellen Landwirtschaft, vor allem die Fleisch- und Milchprodukte-Erzeugung, und berichtet vom Verschwinden von Höfen, dem Entvölkern ganzer Dörfer und wie der Bauernstand der Berufsstand mit den meisten Suiziden ist. "Bauer unser" ist auch eher langsam und ruhig.

Technische Daten und Aufführungsrechte...

Regie: Robert Schabus
Drehbuch: Robert Schabus
Produktion: Allegro Film
Musik: Andreas Frei
Akteure: Friedrich Grojer, Ewald Grünzweil, Martin Suette, Franz Tatschl, Simon Vetter, Maria Vogt, José Bové, Josef Braunshofer, Mella Frewen, Benedikt Härlin, Martin Häusling, Phil Hogan, Andrä Rupprechter
 
Entstehungsjahr: 2016
Dauer: 92 min
Bildformat: 17:9
Sprache (Ton): Deutsch
Entstehungsland: Österreich
Drehorte: Österreich
Unsere Altersempfehlung: 16
 
Filmrechte: MFA+ FilmDistribution (Deutschland) | Filmladen Filmverleih (Österreich) | Frenetic (Schweiz)

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Tags

Hauptthema: Essen global
Nebenthema: Bio Fleisch Globalisierung Intensive Landwirtschaft Subventionen
Erwähnungen: Bauern Milch Hühner Schweine Ressourcen Kunden Biobauerlandschaft Bio Grundnahrungsmittel Metzger Schaf Wein Gemüse Nahrungsmittelfirmen Rheintal Valley Neoliberal Soja Suizide
Themenseite(n): Essen global

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