Zwischen Himmel und Eis

Offizieller Filmbeschrieb

1955. Claude Lorius antwortete auf eine Kleinanzeige und machte sich mit zwei Kollegen auf den Weg, um ein Jahr in der Antarktis zu überwintern, ohne Möglichkeit auf Rückkehr oder Beistand. Diese erste Expedition im Südpolarmeer war der Gründungsakt seines Lebenswerks. Auf diesem experimentellen Neuland erkannte der junge Mann, dass jede Luft-blase, die im Eis der Pole eingeschlossen ist, eine Probe der Atmosphäre der Zeit ist, in der sie eingeschlossen wurde.

Mit anderen Worten: in tieferen Sphären enthält das Eis die Luft, die die Römer atmeten. Diese Entdeckungen führten zu Bohrungen, die Lorius schliesslich ermöglichten, mehr als 800.000 Jahre unserer Klimageschichte zurück zu verfolgen, was zuvor noch nie geschehen war. Durch diese wissenschaftliche Erkenntnis entdeckte er den Ursprung der klimatischen Erwärmung und den Einfluss des Menschen auf unseren Planeten, und versuchte infolge sein Leben lang, das Bewusstsein für die Gefahren zu schärfen, denen der Planet durch die Menschheit ausgesetzt ist. Aber allzu oft stiess er auf Schweigen, Unverständnis, Verweigerung und auf Druck. Heute haben die Wissenschaftler entschieden, einen Schritt zurückzugehen, um das Puzzle seines Lebens zu rekonstruieren. Und Lorius gibt sein Zeugnis dazu, vielleicht zum letzten Mal. Er erzählt von einer anthropogen verankerten Welt, von dieser neuen Ära, in der der Mensch die Macht ergriffen hat und die Ökologie und den klimatischen Weltmarkt beherrscht. Den roten Faden dazu liefert eine Fülle an Archivmaterial.

In den alten Filmen mit der so charakteristischen Körnung treffen wir auf den damals noch jungen Forscher Lorius, der mit einer Expedition in der weissen Wüste forschte. Die Geschichte der Glaziologie schmückt sich mit ihren Gesichtern und mit aussergewöhnlichen Landschaften und Emotionen. Diese Bilder vermischen sich mit denen eines Mannes, der 60 Jahre nachdem er den Eiskontinent zum ersten Mal betreten hat, in die Antarktis und somit in seine Vergangenheit zurückkehrt. Diese Zeitreise prägt sein Gesicht mit einem neuen, viel ernsteren Ausdruck. Man findet darin aber auch die Bewunderung, die der erneute Kontakt mit diesem geheimen Universum immer noch auslöst, das sein Leben lang seine grosse Leidenschaft war. Im Südpolarmeer besucht Lorius seine Vergangenheit, sein Lebenswerk, fragt sich aber auch nach dem Platz des Menschen in unserer Welt. Und während der Bericht voranschreitet, sehen wir Lorius heute in den verschiedenen Teilen der Welt, dort, wo die Vorhersagen der Wissenschaftler eingetroffen sind. Die Naturgewalten, die durch den fortschreitenden Klimawandel eingetreten sind, bringen ihre ganze Kraft zum Ausdruck.

Hinweise zum Film

Anhand der Lebensgeschichte des Wissenschaftlers Claude Lorius liefert der Film einen atemberaubenden, spannenden und berührenden Einblick in die Entwicklung wissenschaftlicher Methoden (z.B. Eiskernbohrungen), welche den Einfluss des Menschen auf das Klima beweist und einen Teil Weltgeschichte aufzeigt.

Der Film weckt Interesse an der Wissenschaft.

"Zwischen Himmel und Eis" ist eine bildgewaltige Dokumentation, eingebettet in Archivaufnahmen und untermauert von mächtiger, heroischer Musik.

Bewertung der Filmjury

Der Film ist sehr gut recherchiert, einleuchtend aufgebaut und bietet dank informativer Interviews und klarer Wissens- und Faktenvermittlung flüssige bis zeitweilen spassige Unterhaltung.

Anhand vieler empirischer Beispiele, und in Kombination mit ausserordentlichen Bildern, wird das Eis als Archiv der Klimageschichte auf spannende Art und Weise thematisiert.

Nebst höchster Stilnote brilliert diese einzigartige und höchst relevante Dokumentation auch im Bezug auf emotionale Berührung und weckt grosse Wertschätzung gegenüber dem unerschöpflichen Engagement des Forschers Claude Lorius.

Die Szenen sind anregend und inspirativ und vermögen es sowohl Eigenverantwortung so wie Verantwortung anderen gegenüber zu lehren.

Technische Daten und Aufführungsrechte...

Regie: Luc Jacquet
Drehbuch: Luc Jacquet
Produktion: Wild-Touch, Pathé, Richard Grandpierre, Romain Le Grand, Vivien Aslanian, Eskwad
Musik: Cyrille Aufort
Akteure: Claude Lorius, Michel Papineschi, Jacques-Yves Cousteau
 
Entstehungsjahr: 2015
Dauer: 89 min
Sprache (Ton): Deutsch, Französisch, Englisch
Sprache (Untertitel): Englisch
Entstehungsland: Frankreich
Drehorte: Antarktis
Unsere Altersempfehlung: 16
 
Filmrechte: Wild Bunch () | Frenetic (Schweiz)

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Tags

Hauptthema: Klima
Nebenthema: Klima Zusammenarbeit
Erwähnungen: klima co2 eisbohrung eis antarktis claude lorius luc jacquet
Themenseite(n): Klima

Bewertung

Inhalte

Unterhaltungswert

Wissenschaftlichkeit + journalistische Leistung

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Bilder, Musik, Handwerk


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