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5.1/6

Into Eternity

Wohin mit unserem Atommüll?

Jeden Tag und weltweit werden grosse Mengen hochradioaktiver Abfälle von Atomkraftwerken in Zwischenlager gebracht, welche gegenüber natürlichen oder menschengemachten Katastrophen und gesellschaftlichem Wandel nicht sicher sind.

In Finnland wird der Welt erstes atomares Endlager aus solidem Fels gehauen - ein riesiges System von Tunneln untertags -, die 100'000 Jahre überdauern müssen, solange der Abfall gefährlich bleibt.

Sobald der Abfall abgelagert wurde und die Stollen gefüllt sind, wird die Anlage versiegelt und nie wieder geöffnet. Zumindest hoffen wir das, aber können wir es garantieren? Und wie ist es möglich, unsere Nachfahren vor dem tödlichen Abfall zu warnen, den wir hinterlassen? Wie verhindern wir, dass diese denken, die Pyramiden unseren Zeit, mystische Begräbnisstätten, verborgene Schätze gefunden zu haben?

Welche Sprachen und Zeichen werden sie verstehen? Und wenn sie diese verstehen, werden sie unsere Anweisungen ernst nehmen? Während gigantische, monströse Maschinen tiefer und tiefer ins Dunkle graben, sind Experten über Tag bestrebt, Lösungen zur Atommüllfrage zu finden, um Sicherheit für die Menschheit und alle Spezies des Planeten Erde jetzt und in einer äusserst fernen Zukunft zu garantieren.

Einnehmend, wundersam und furchteinflössend nimmt "Into Eternity" Zuschauer mit auf eine bisher ungesehene Reise in die Unterwelt und in die Zukunft.

"Into Eternity" zeigt den absurd hohen Aufwand, der betrieben werden muss, um (vermeintlich) sicherzustellen, dass keine Lebewesen den radioaktiven Atommüll wieder ausgraben.

Der Film verschont uns weitgehend mit Fakten, Zahlen und Berechnungen, wertet kaum. Gezeigt werden vielmehr meditative, ruhige, eindrückliche Bilder. "Into Eternity" wirft viele Fragen auf, beantwortet die wenigsten. Und gibt genau damit einige Antworten.

Ein intelligenter und doch unterhaltsamer Film, welcher Seele und Sinne anregt. "Into Eternity" eignet sich perfekt für grosse Events und prominente Aktionen und für den Einsatz im Unterricht ab Sekundarstufe.

"Into Eternity" schafft es, ein noch nie dokumentiertes Thema überzeugend zu dokumentieren. Zusammenhänge werden gekonnt vermittelt, der Film beeindruckt durch seine guten Perspektivenschilderungen. Die hohe Relevanz der Problematik bezüglich unserer ökologischen Lebensgrundlage wird deutlich ersichtlich, es erschliesst sich den Zuschauenden eine einsichtige Verbindung zum eigenen Alltag.

Der Film ist von klaren Fakten durchzogen, bleibt stets sachlich und neutral und ist insgesamt von hohem wissenschaftlichem Wert.

Trotzdem schafft "Into Eternity" es auch, die Zuschauenden emotional breit zu involvieren. Der Film lehrt Achtung und Staunen und weckt Verantwortungsgefühl.

Der Film ist einleuchtend und spannend aufgebaut. Die Bilder und Szenen sind ästhetisch hochwertig und enorm ausdrucksstark, viele davon total einzigartig. Sowohl Schnitt als auch Kameraführung sind bemerkenswert, die Musik sehr gut gewählt.

Regie: Michael Madsen
Drehbuch: Michael Madsen, Jesper Bergmann
Produktion: Lise Lense-Møller
 
Entstehungsjahr: 2009
Dauer: 75 min
Bildformat: 16:9
Unsere Altersempfehlung: 14
Sprache (Ton): Deutsch, Englisch
Sprache (Untertitel): Deutsch
Entstehungsland: Dänemark
Drehorte:
 
Filmrechte: Cinelibre (Schweiz) | Cinelibre (Deutschland)

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Tags

Hauptthema: Energie
Nebenthema: Atomenergie Externalisierung
Erwähnungen: Atomkraft Endlager AKW radioaktiv Radioaktivität Abfall Katastrophen Zukunft Strahlung Verstrahlung Atommüll Uran
Themenseite(n): Energie

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