Recipes for Disaster

Eine Familie ein Jahr lang ohne Öl

Offizieller Filmbeschrieb

Der Dokumentarfilmer John Webster überzeugt seine Ehefrau und seine beiden Kinder, ein Jahr lang auf den Konsum von Erdöl und Erdölprodukten zu verzichten, ohne ihren mittelständischen Lebensstil aufgeben zu müssen. Dieser Enthaltsamkeitsbeschluss mit dem Ziel, zur Weltverbesserung beizutragen, hat ungeahnte Folgen, aus denen ein überaus witziges gesellschaftskritisches Protokoll entstanden ist.

Der Kauf von Hygieneartikeln wie Zahnpasta und Toilettenpapier wird im Supermarkt zum Spiessrutenlauf, selbst die Cornflakespackung mit Gratis-Plastikspielzeug erweist sich als ein echtes Problem. Die Familie lernt in diesem Jahr nicht nur, ihre eigenen Werte zu hinterfragen, zugleich werden auch ihre Willenskraft und das Familienglück selbst auf eine harte Probe gestellt.

Hinweise zum Film

"Recipes for Disaster" zeigt für einmal die menschliche Seite von Klimawandel, Energiesparen und Co., statt nur auf Technologie zu fokussieren. Das ist sehr bereichernd und unterhaltsam! Während John Webster vor lauter Plastik manchmal den Wald nicht mehr sieht, bleibt seine Frau skeptisch. Es gibt Zoff in der Familie und am Ende des Jahres rechnet Webster und sieht, dass mancher Diskussionspunkt der Mühe nicht wert war und kaum Erdöl eingespart hat, während der Umstieg auf Zug und Bus sehr viel brachte. Auch aus zwischenmenschlicher Sicht spannend ist, wie Johns Frau am Ende des Films einer Kollegin vom Experiment erzählt und diese sogar noch neidisch macht. Man staunt. Ein weiteres einzigartiges Feature des Filmes ist die systematische Aufarbeitung moderner Mythen: je schneller, je freier?!

Geeignet für Klimaveranstaltungen und zu den Themen 2000-Watt-Gesellschaft und Mobilität.

Eine erfrischende und trotzdem kaum bekannte Dokukomödie. Im englischsprachigen Raum wird der Film mit "Recipes for Disaster" bezeichnet, bei Arte mit "Anleitung zur Katastrophe", bwi ORF mit "Kein Öl mehr", in Finnisch "Katastrofin aineksia".

Bewertung der Filmjury

"Anleitung zur Katastrophe" ist eine intelligente Doku und eignet sich gut für Schüler der Oberstufe (Sekundarstufe, Gymnasien, Berufsschulen) und Familien. Einsichtig aufgebaut, mit gleichmässigem, flüssigem Spannungsbogen vermittelt er einige Zusammenhänge und Auswirkungen des Menschen auf die Erde; vor allem aber die selten gezeigte menschliche Seite des Umstiegs auf mehr Nachhaltigkeit. Dies gibt dem Film eine sehr hohe Relevanz, regt an und berührt. "Recipes for Disaster" lehrt sehr, sehr stark die Verantwortlichkeit und den persönlichen Bezugs jedes Einzelnen zu einem grösseren Ganzen und erreicht damit einen klaren Transfer von Handlungswillen.

Was die Dokumentationsqualität angeht, besticht John Webster trotz höchster persönlicher Involvierung mit exzellenter Sachlichkeit und Neutralität und einer authentischen Schilderung sehr verschiedener Perspektiven. Da er sich nicht auf dieses persönliche Experiment vorbereiten, sondern ins kalte Wasser springen wollte, darf man aber keine wissenschaftliche Korrektheit erwarten, was die Öl-Einsparungsversuche angeht. Es geht um den bewussten Umgang mit Sachen und darum, was mit uns geschieht: um Initiative und Experimentierfreude, Überzeugungsarbeit und Mitgefühl, Angst und Scham davor, was andere denken, Einsicht, Frustration, Blockaden und Erfolg, persönliches Glück und Verzicht.

Bild- und Tonqualität, Schnitt, Kameraführung und Filmmusik sind nicht hervorstechend, aber ja, auch nicht Fokus dieses Projekts.

"Anleitung zur Katastrophe ist voller Versuche, einfachen Weisheiten und Lernsituationen und gibt einem somit einen starken Bezug zur eigenen Lebenswelt.

Weitere Rezensionen

Eine originelle Form einer Umweltdokumentation... exzellent... dieses Abenteuer spricht uns alle an! – DOX Magazine

Fesselnd und unterhaltsam... Dieser Film zeigt wie unsere tägliche Routine das Globale Klima beeinflusst, zeichnet aber zusätzlich ein ehrliches Portrait einer aussergewöhnlichen Familiendynamik. – Eye Weekly.com

Zugleich witzig und scharfsinnig - dies ist ein neuer Blick auf ökologische Probleme, Lösungen und Eigenverantwortung. – Candace Smith, Booklist Online

Technische Daten und Aufführungsrechte...

Regie: John Webster
Drehbuch: John Webster
Produktion: Millennium Film, JW Documentaries, Kristiina Pervilä
 
Entstehungsjahr: 2008
Dauer: 85 min
Bildformat: 16:9
Sprache (Ton): Englisch, Finnisch
Sprache (Untertitel): Deutsch, Französisch, Englisch
Entstehungsland: Finnland
Drehorte: Finnland
Unsere Altersempfehlung: 12
 
Filmrechte: Deckert Distribution ()

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Tags

Hauptthema: Klima Konsum + Alternativen
Nebenthema: Auto Fossile ÖV Plastik Suffizienz
Erwähnungen: Öl Plastik Nachhaltigkeit Suffizienz ÖV Verzicht Familie Zero Waste
Themenseite(n): Klima Konsum + Alternativen

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