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4.5/6

Wachstum was nun?

"Mehr Wachstum!“ - diese Forderung ist besonders in Zeiten von Wirtschafts-, Umwelt- und Finanzkrisen beliebt, denn die amerikanische Immer-mehr-Ideologie gilt weltweit als Garant für eine gesunde Ökonomie. Doch wie zeitgemäß ist dieser Mythos noch - angesichts immer knapperer Ressourcen weltweit? Dieser Frage gehen die Filmemacher von "Wachstum, was nun?“ auf den Grund – und zeigen Alternativen auf, die sich bereits vielerorts in der Praxis bewährt haben.

So machen sich immer mehr Experten für ein Ende des grenzenlosen Wachstums stark. Nahrungsmittelproduktion, Energieverbrauch und Geldkreislauf müssen wieder unter Kontrolle gebracht werden. Im Norden und Süden der Welt experimentiert man mit neuen Wirtschaftsmodellen und erzielt inzwischen erste Ergebnisse. So zeichnen sich neue, umweltbewusste und regionalisierte Modelle ab, die für absehbare Probleme wie Klimawandel, Mangel an fossilen Brennstoffen und Finanzkrisen besser gewappnet sind. Oft werden sie sogar von den lokalen Behörden bereits unterstützt.

Um etwas zu verändern, müssen Produktion und Arbeitsplätze in die Heimatregionen zurückgeholt werden. Das ermöglicht vielen Initiativen und Kooperativen die Möglichkeit, ihren Platz zurückerobern und die Bedeutung von Reichtum neu zu definieren. "Wachstum, was nun?“ zeichnet anhand von Experten und konkreten Beispielen das Bild der neuen Post-Wachstums-Gesellschaft.

Der Film ist sehr umfassend, weil er die Bereiche alternative Energieproduktion, Nahrungsmittelproduktion, Finanzsysteme sowie soziale Nachhaltigkeit miteinander vereint und aufzeigt, wie diese zusammenhängen. Damit zeigt er auf, dass unbegrenztes Wachstum nicht möglich ist und eine Alternative zum heutigen Zins-Geld-System und zum BIP als Messgrösse wirtschaftlicher Leistung nötig sein könnte; beispielsweise mit Lokalwährungen, Mikrokrediten, Urban Farming oder dem bhutanesischen Bruttonationalglück.

Der Film regt - trotz idealisierter Darstellung - zum (Nach-)Denken an, weil in vielen Bereichen Wege aufgezeigt werden, die nicht primär auf zentral ökonomischen, sondern vermehrt lokal ökologischen und sozialen Ansätzen beruhen.

"Wachstum, was nun" überzeugt durch einen sehr starken Bezug zum Thema Lebensgrundlagen und ist von hoher Relevanz. Der Film schildert auf eindrückliche Weise viele Perspektiven und zeigt vorbildliche Wege rund um die Welt auf, ist gut recherchiert und enthält selten gezeigtes Filmmaterial. Es gelingt "Wachstum, was nun?" gut, Zusammenhänge zu vermitteln und eine einsichtige Verbindung zur eigenen Lebenswelt herzustellen.

"Wachstum, was nun?" ist intelligente, anspruchsvolle und seelisch anregende Unterhaltung. Der Film beginnt etwas langatmig, steigert sich in der Abfolge der gezeigten Einzelbeispiele und stellt so den Einfluss des Menschen auf die Erde und das Leben mit vielen empirischen Beispiele dar. Er beachtet dynamische Systementwicklungen jedoch wenig und relativiert nur in geringem Masse.

Der Zuschauer wird auf einem breiten Spektrum emotional berührt. "Wachstum, was nun?" enthält viel Initiativkraft, vermittelt Mut und ruft dazu auf, mehr Eigenverantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

Aufgebaut ist der Film logisch und einsichtig mit gleichmässiger Dramaturgie. Bilder und Szenen sind nicht einzigartig, die Kameraführung durchschnittlich, der Schnitt gefällt und die Musik passt sich gut in "Wachstum, was nun?" ein.

Regie: Marie-Monique Robin
Produktion: M2R Films, ARTE Frankreich
 
Entstehungsjahr: 2014
Dauer: 93 min
Bildformat: 16:9
Unsere Altersempfehlung: 16
Sprache (Ton): Deutsch, Französisch, Englisch
Entstehungsland: Frankreich
Drehorte:
 
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Hauptthema: Konsum + Alternativen
Nebenthema: Erneuerbare Wachstum
Erwähnungen: Wachstum Finanzkrise Ökonomie Ressourcen Energie Alternativen Wirtschaft
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