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4.4/6

Von Bananenbäumen träumen

Oberndorf, ein Dorf im Mündungsgebiet der Elbe. Die Gemeindekasse ist leer, Arbeitsplätze sind rar, kleine Höfe werden aufgegeben. Doch einige Dorfbewohner wollen sich nicht mit dem drohenden Niedergang abfinden. Sie machen gemeinsam eine Kneipe auf und fassen einen folgenreichen Plan – sie wollen Geld zur Rettung des Dorfes verdienen. Die Basis ihrer Geschäftsidee ist Gülle, die es hier im Überfluss gibt. Mit Hilfe von Berliner Projektentwicklern gründen sie eine Bürgeraktiengesellschaft und entwerfen ein außergewöhnliches Geschäftsmodell. Der Rohstoff aus den Kuhställen soll die Energie liefern für die Aufzucht von afrikanischen Welsen und: Bananenbäumen!

Die mutige Idee beflügelt immer mehr Leute: Einheimische und Zugereiste, Erwachsene und Kinder fangen an zu träumen und krempeln mit weitem Blick die Ärmel hoch. Doch dann soll die Schule geschlossen werden, und bis die ersten Fische kommen, ist es ein langer Weg …

Über einen Zeitraum von drei Jahren erzählt die Filmemacherin Antje Hubert von dieser kleinen, aber dynamischen Bewegung – getragen von ganz unterschiedlichen Menschen, die nach und nach nicht nur ihr Dorf, sondern auch sich selbst verändern.

"Von Bananenbäumen Träumen" ist ein Film, dessen positive Aufbruchsstimmung gleichermaßen inspirierend und berührend ist.

Ein sehr poetischer Film mit bezaubernder Musik und Menschen, die mutig und kreativ neue Wirklichkeiten schaffen. Sehr inspirierend etwas anzupacken und durchzuhalten. Das Projekt hat aber leider keinen Erfolg gehabt (siehe Link unter Weiterführendes)

"Von Bananenbäumen träumen" hat unsere Filmjury mit seinem inspirierenden, lösungsorientierten Ansatz begeistert. Der Film fokussiert zwar eher auf soziale Aspekte ist aber auch in Hinsicht auf ökologische Fragestellungen relevant und macht Zusammenhänge - insbesondere was die Kreislaufwirtschaft angeht - greifbar.

Der Film erzählt eine berührende Geschichte auf einnehmende Art und Weise, wird aber leider stellenweise durch eine gewisse Langatmigkeit ausgebremst. An der journalistischen Leistung gibt es nichts zu bemängeln. Der Erzählstil ist ausgewogen und das Thema wird unter Einbeziehung verschiedener Sichtweisen umfassend abgehandelt. Handwerklich ist "Von Bananenbäumen träumen" gut umgesetzt, bleibt aber ein Film den man primär aufgrund seines Inhaltes und nicht seiner Ästhetik schaut.

Eine besondere Stärke des Filmes ist seine animierende Wirkung auf den Zuschauer. Indem er den Prozess zur Realisierung eines ehrgeizigen Projektes hautnah begleitet, vermittelt er ein Gefühl von Eigenverantwortlichkeit und regt zum Handeln an.

Regie: Antje Hubert
Drehbuch: Antje Hubert
Produktion: thede Filmproduktion
Musik: Roland Musolff
Akteure: Jörn Nagel, Sibyll Amthor, Barbara Schubert, Bert Frisch, Marlene Frisch, Christiane Möller, Anne-Kathrin Kuhlemann, Lars Medenwald, Detlef Horeis, Markus Haastert
 
Entstehungsjahr: 2016
Dauer: 92 min
Unsere Altersempfehlung: 16
Sprache (Ton): Deutsch
Entstehungsland: Deutschland
Drehorte: Deutschland
 

Du kannst ihn ebenso kostenpflichtig anschauen bei:

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Hauptthema: Potential Mensch
Nebenthema: Infrastruktur Kreislaufwirtschaft Mut Urban Agriculture Zusammenarbeit
Erwähnungen: Aquaponik Fisch Gülle Bananen Business Welsen Lüchow Mecklenburg-Vorpommern Berlin Osterwerd AG Kiwitte Oberndorf
Themenseite(n): Potential Mensch Positive Filme

Bewertung

Gesamtbewertung

Inhalte

Unterhaltungswert

Wissenschaftlichkeit + journalistische Leistung

Transfer eines Momentums

Bilder, Musik, Handwerk


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