background

Planet of the Humans

Michael Moore präsentiert "Planet of the Humans", einen Dokumentarfilm, der zu sagen wagt, was niemand sonst an diesem Earth Day sagen wird - dass wir den Kampf verlieren, um den Klimawandel auf dem Planeten Erde zu stoppen, weil wir Führern folgen, die uns auf den falschen Weg gebracht haben - indem wir die grüne Bewegung an wohlhabende Interessen und das korporative Amerika verkaufen. Dieser Film ist der Weckruf für die Realität, vor der wir uns fürchten: Inmitten eines vom Menschen verursachten Aussterbens ist die Antwort der Umweltbewegung, auf Techno-Fixes und Pflaster zu drängen. Das ist zu wenig, zu spät.

Aus der Debatte entfernt ist das Einzige, was uns retten könnte: unsere außer Kontrolle geratene menschliche Präsenz und unseren Konsum in den Griff zu bekommen. Warum ist dies nicht DAS Thema? Weil das schlecht für die Profite wäre, schlecht für das Geschäft. Sind wir Umweltschützer den Illusionen verfallen, den "grünen" Illusionen, die alles andere als grün sind, weil wir Angst haben, dass dies das Ende ist, und weil wir all unsere Hoffnungen auf Biomasse, Windturbinen und Elektroautos gesetzt haben?

Keine Menge Batterien werden uns retten, warnt Regisseur Jeff Gibbs (lebenslanger Umweltschützer und Koproduzent von "Fahrenheit 9/11" und "Bowling for Columbine"). Dieser dringende, unverzichtbare Film, ein Frontalangriff auf unsere heiligen Kühe, wird garantiert Ärger, Debatten und hoffentlich auch die Bereitschaft hervorrufen, unser Überleben auf eine neue Art und Weise zu sehen - bevor es zu spät ist.

"Planet of Humans" adressiert korrekterweise Greenwashing in der Umweltbewegung, die Abhängigkeit der erneuerbaren Energieträger von fossilen Energieträgern und Bergbau, Technologie-Erlösungsfantasien und dass die Menschheit viele Ressourcen schon fast aufgebraucht hat. Ebenso deutet er auf Inkonsistenzen gewisser Umweltbewegungen und Leitfiguren. Insbesondere der Sierra Club und 350.org bekommen ihr Fett weg. 350.org scheint hingegen unberechtigterweise angeklagt zu werden, was Rufschädigung ist.

Was den Film jedoch tendenziös und beinahe agitatorisch macht, ist, dass er der damit gegen die Umweltbewegung und erneuerbare Energie als Gesamtes argumentiert. Er bringt keine funktionierenden Beispiele, bringt keine relativierenden Zahlenverhältnisse, lässt Angeschuldigte nicht fertig sprechen und schneidet wild Schreckensbilder zwischen Interviews rein, um die Beschuldigungen zu untermauern - schwarz und weiss und Schwarzmalerei. Einige wirklich schlecht gewählte Interviewpartner führen sogar zu Vermutung, als hätten sich Leitfiguren der Umweltbewegung regelrecht verschworen und würden Geheimnisse hüten. Eine der Hauptaussagen scheint zu sein, dass die Umweltbewegung vom Kapitalismus aufgekauft worden sei.

Schnitt und Musik sind an einigen Stellen amateurhaft.

Wir raten davon ab, diesen Film zu nutzen.

Regie: Jeff Gibbs
Produktion: Michael Moore
Musik: Radiohead, King Crimson, Nigel Standord
Akteure: Vandana Shiva, Robert Kennedy Jr., Bill McKibben, Van Jones, Denis Hayes, Richard Heinberg, Catherine Andrews, David Blood
 
Entstehungsjahr: 2020
Dauer: 100 min
Unsere Altersempfehlung: 16
Sprache (Ton): Englisch
Sprache (Untertitel): Französisch, Englisch
Entstehungsland: Vereinigte Staaten
Drehorte: Vereinigte Staaten
 

Weitere Rezensionen

Tags

Hauptthema: Energie
Nebenthema: Erneuerbare Fossile
Erwähnungen: Solar Wind Biomasse Koch Brüder Goldmann Sachs 350.org Sierra Club Kohle Öl Fracking Tesla Bloomberg

Film aufführen