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4.4/6

Manufactured Landscapes

Eine Fabrik, die 20 Millionen Bügeleisen jährlich herstellt. Ein Damm so unermesslich gross, dass 13 Städte niedergerissen und über 1 Million Menschen umgesiedelt werden müssen und die Erdachse für ein paar Sekunden aus dem Gleichgewicht kommt, als der Stausee dahinter gefüllt wird. Eine Stadt, in der sich Wolkenkratzer erstrecken, wohin das Auge reicht. Dies sind Motive vor der Kamera des weltbekannten Fotografen Edward Burtynsky. "Manufactured Landscapes" begibt sich mit ihm auf die Reise durch China, verfolgt die massive industrielle Revolution dieses Landes und besucht Orte, die bei uns im Westen noch nie zuvor zu sehen waren.

Wie Burtynskys erstaunliche und irritierende Fotografie sinniert auch der Film über die Einflüsse des Menschen auf unseren Planeten, ohne je vereinfachende Lösungen oder Antworten zu liefern. Dabei fordert der Film unser eigenes Urteil heraus, verändert unsere Wahrnehmung der Welt und wie wir ihr begegnen.

Dieser Film ist eher subtil und ruhig und kann seine tiefere Botschaft besser entfalten, wenn bereits Kenntnisse dieser Materie da sind.

Burtynsky: "Ich versuche die industrielle Landschaft als Möglichkeit zu sehen, uns selbst und unsere Beziehung zur Erde zu definieren." "Es geht nicht um ein einfaches Richtig oder Falsch. Wir brauchen eine ganz neue Denkweise." Die geballte visuelle und sinnliche Kraft dieses Films kann vielleicht helfen, diese Denkweise zu gebären.

"Manufactured Landscapes" ist ein intelligenter Film, eher anspruchsvoll als unterhaltsam, seelisch und sinnlich anregend. Er eignet sich bestens für Berufsschulen, Gymnasien, Universitäten und Firmen sowie für gebildete MultiplikatorInnen und als Weitergabe-DVD.

Die sehr gelungene Dokumentation vermittelt Zusammenhänge gut und schlägt eine Brücke zu unserer eigenen Lebenswelt. Das gewählte Thema, obwohl nicht unbedingt neu, ist von hoher Relevanz und stark auf das Thema Lebensgrundlagen und ökologische Basis bezogen.

Die Vermittlung von Wissen und Fakten gehört, obwohl vorhanden, nicht zu den Stärken des Films. Dafür zeigt er mit vielen Beispielen sehr eindrücklich den menschlichen Einfluss auf die Erde und relativiert dabei das heutige Wissen stets angemessen.

"Manufactured Landscapes" wirkt emotional berührend. Der Film weckt eine globale Perspektive und den Bezug zu einem grösseren Ganzen. Trotzdem ist er wenig inspirativ und zeigt kaum Perspektiven und bessere Wege auf. Dadurch wirkt er aber auch nicht moralisierend, das Denken wird den ZuschauerInnen überlassen.

Der Aufbau ist nachvollziehbar, jedoch nicht sehr spannend, teilweise langatmig. Durch das gewagte Spiel mit der Zeit macht der Film aber zugleich die unglaublichen Dimensionen bewusst, in denen wir uns zunehmend bewegen. Die Bilder sind von hoher ästhetischer Qualität und gut sehr gut auf den Inhalt bezogen, viele sind einzigartig. Der Schnitt ist gut, die Kameraführung durchschnittlich. Die Filmmusik ist passend, wird aber von einigen als anstrengend wahrgenommen.

Regie: Jennifer Baiwchal
Produktion: Foundry Films, National Film Board of Canada (NFB)
Musik: Dan Driscoll
 
Entstehungsjahr: 2006
Dauer: 86 min
Unsere Altersempfehlung: 6
Sprache (Ton): Englisch
Sprache (Untertitel): Deutsch, Französisch
Entstehungsland: Kanada
Drehorte: China, Bangladesch
 
Filmrechte: Xenix (Schweiz) | Mongrel Media ()
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Hauptthema: Urbanisierung + intelligente Städte Ressourcen-Abbau
Nebenthema: Externalisierung Fossile Kunst Stadtentwicklung
Erwähnungen: Damm Städte Stausee Wolkenkratzer China
Themenseite(n): Ressourcen-Abbau Urbanisierung + intelligente Städte

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