background
3.3/6

Grit

Als Dian sechs Jahre alt war, hörte sie ein tiefes Rumpeln und drehte sich um, als sie einen Tsunami aus Schlamm sieht, der sich in Richtung ihres Dorfes stürzt. Ihre Mutter packte sie, um sie vor dem kochenden Schlamm zu retten. Auch ihre Nachbarn rannten um ihr Leben. Sechzehn Dörfer, darunter auch Dian's, wurden ausgelöscht, für immer unter Tonnen von Schlamm begraben.

Ein Jahrzehnt später sind 60.000 Menschen aus dem einst blühenden Industrie- und Wohngebiet in Ostjava vertrieben. Dutzende von Fabriken, Schulen und Moscheen sind vollständig unter einer Mondlandschaft aus Schlamm und Sand versunken. Die Ursache? Lapindo, ein indonesisches Unternehmen, das 2006 nach Erdgas bohrte, löste einen heftigen, unaufhaltsamen Strom von heissem Schlamm aus den Tiefen der Erde aus. Es wird geschätzt, dass der Schlammfluss erst in einem weiteren Jahrzehnt versiegen wird.

Über sechs Jahre gedreht, zeigt "Grit" Dian's Transformation vom einem jungen Mädchen zu einem politisch aktiven Teenager, als sie und ihre Mutter eine Widerstandskampagne gegen das Bohrunternehmen starten.

"Grit" hat von unserer Filmjury ein gemischtes Feedback erhalten. Der Film zeigt sehr eindringlich die Folgen einer lokalen Katastrophe, ohne diese in einen globalen Zusammenhang zu stellen, obwohl das zugrundeliegende Phänomen von sich der Verantwortung entziehenden Unternehmen und Politikern allgegenwärtig ist. Diese etwas abgekapselte Sichtweise mag von den Filmemachern gewollt sein, um die persönliche Geschichte ihrer Protagonisten herauszustreichen, trägt aber nicht zur Einbindung des Publikums bei.

Der Film ist anregend und mit seinen beeindruckenden Aufnahmen optisch sehr gelungen. Was die journalistische Leistung betrifft, wird klar, dass der Film den Zuschauer vor allem auf einer emotionalen Ebene ansprechen will. Gehaltvolle Analysen und wissenschaftliche Fakten werden kaum geboten.

"Grit" ist bewegend und weckt Empathie, schafft es aber nur beschränkt, den Zuschauer zu mehr Engagement anzuregen und ist insgesamt eher bedrückend. Am Schluss bleiben viele Fragen ungeklärt.

Regie: Sasha Friedlander, Cynthia Wade
Drehbuch: Sasha Friedlander, Cynthia Wade
Produktion: Sasha Friedlander, Cynthia Wade, Tracie Holder, Matthew Syrett
Musik: Max Avery Lichtenstein
Akteure: Dian Karina Maharani, Harwati Maharani, Aburizal Bakrie, Dadang Christanto, Agoes Soegianto
 
Entstehungsjahr: 2018
Dauer: 81 min
Bildformat: 16:9
Unsere Altersempfehlung: 14
Sprache (Ton): Indonesisch
Sprache (Untertitel): Englisch
Entstehungsland: Dänemark, Indonesien, Vereinigte Staaten
Drehorte: Indonesien
 
Filmrechte: Journeyman Pictures ()
  • Dieser Film kann oben kostenpflichtig angeschaut werden.

Du kannst ihn ebenso kostenpflichtig anschauen bei:

Weitere Rezensionen

Tags

Hauptthema: Potential Mensch
Nebenthema: Fossile Mut Aktivismus
Erwähnungen: Indonesien Sidoarjo Java Schlamm Gas Katastrophentourismus Aktivismus Lapindo Bohrungen Politik Proteste
Themenseite(n): Potential Mensch

Bewertung

Gesamtbewertung

Inhalte

Unterhaltungswert

Wissenschaftlichkeit + journalistische Leistung

Transfer eines Momentums

Bilder, Musik, Handwerk


Film aufführen

Filmtipps

Weitere FIlme