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3.3/6

Dive!

Sich Amerikas Abfällen ernähren

Inspiriert von der Neugier über unsere gedankenlose Angewohnheit, Lebensmittel direkt wegzuwerfen, folgt der vielfach preisgekrönte Dokumentarfilm "Dive!" dem Filmemacher Jeremy Seifert und seinen Freunden beim Containern in den Hinterhöfen und eingezäunten Abfallcontainern der Supermärkte in Los Angeles. Dabei retten sie gutes, geniessbares Essen im Wert von tausenden Dollar - und schaffen eine inspirierende Dokumentation, die zugleich Unterhaltung, Guerilla-Journalismus und Aufforderung zum Handeln ist.

Obwohl dieser Dokumentarfilm in Los Angeles gedreht wurde und das Problem der Lebensmittelabfälle in den Vereinigten Staaten beleuchtet, ist er auch für das europäische Publikum relevant, da das Problem der Lebensmittelabfälle universell ist. In der Schweiz werden rund 40% der Lebensmittel von Einzelhändlern und Konsumenten entsorgt.

Dieser Film hätte viel enger geschnitten werden müssen, er ist 15 Minuten zu lang. Geeignet für ein erwachsenes Publikum.

Mit dem sogenannten Dump Diving, dem Fischen nach geniessbaren Lebensmitteln in Müllcontainern von Supermärkten, greift "Dive!“ eine bereits bekannte Thematik auf, die aber doch äusserst relevant ist.

Der Film stellt zwar einsichtige Verbindungen zur eigenen Lebenswelt her und zeigt vorbildliche Beispiele auf, überzeugt aber eher weniger mit seiner journalistischen Leistung und Recherche. Die Interviews sind durchschnittlich, die Darstellung eher einseitig.

Wissenschaftlich vermag "Dive!“ kaum zu überzeugen: Er ist zwar reich an empirischen Beispielen, Wissen und Fakten geraten dabei aber in den Hintergrund und auch Zusammenhänge werden nicht klar vermittelt.

"Dive!“ ist nicht sehr spannend, teilweise sogar etwas langatmig, schafft es an der ein oder anderen Stelle aber doch zu berühren. Der Film spricht unser Verantwortungsbewusstsein an und gibt Anlass, das eigene Konsumverhalten zu überdenken, ein klarer Aufruf zum Handeln bleibt jedoch aus.

Filmtechnisch hat "Dive!“ nicht viel zu bieten: Die Qualität der Bilder und der Schnitt sind genügend, die Filmmusik durchschnittlich.

Regie: Jeremy Seifert
Drehbuch: Jeremy Seifert
Produktion: Jeremy Seifert, First Run Features
Musik: Timothy Vatterott
Akteure: Jeremy Seifert
 
Entstehungsjahr: 2010
Dauer: 42 min
Unsere Altersempfehlung: 12
Sprache (Ton): Englisch
Sprache (Untertitel): Französisch, Englisch, Spanisch
Entstehungsland: Vereinigte Staaten
Drehorte: Vereinigte Staaten
 

Du kannst ihn ebenso kostenpflichtig anschauen bei:

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Tags

Hauptthema: Konsum + Alternativen Essen global
Nebenthema: Food Waste Aktivismus
Erwähnungen: Abfall Müll Supermarkt Lebensmittel Container Essen Ernährung
Themenseite(n): Essen global Konsum + Alternativen

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Inhalte

Unterhaltungswert

Wissenschaftlichkeit + journalistische Leistung

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Bilder, Musik, Handwerk


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